KI im Alltag
Wo die KI gut mitarbeitet und wo sie zuverlässig danebenliegt. Und wie Sie die Kosten steuern.
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An welchen Stellen arbeitet KI mit?
An klar abgegrenzten — und immer als Vorschlag, nie als Entscheidung:
- Textvorschläge für Mails, Vorlagen, Beschreibungen.
- Passungsbewertung zwischen einem Profil und einer Stelle, mit Begründung.
- Spaltenerkennung beim Übernehmen von Dateien, wenn die Überschriften nichts hergeben.
- Auswertung von Suchergebnissen in der Auftragssuche.
- Zusammenfassungen langer Texte.
Was ohne KI läuft: Kontakte, Kampagnen, Versand, Posteingang, Vorlagenverwaltung, Auswertungen, Verträge, Zustellbarkeit.
Das ist wichtig für die Einordnung: KI ist eine Zutat, kein Fundament. Wenn Sie sie abschalten, arbeitet Aurora weiter — nur mit mehr Handarbeit an einigen Stellen.
Wie bekomme ich brauchbare Vorschläge?
Mit einer guten Eingabe — die Qualität des Ergebnisses hängt fast vollständig daran.
Was hilft:
- Konkret sein. „Erstansprache an Handwerksbetriebe in Sachsen wegen Personalvermittlung“ bringt mehr als „Akquisemail“.
- Beispiele geben. Wenn Sie einen Text haben, der gut funktioniert hat, geben Sie ihn als Muster mit.
- Sagen, was nicht drinstehen soll. Keine Superlative, keine Ausrufezeichen, kein „kompetenter Partner“.
- Länge vorgeben. „Höchstens 120 Wörter.“
Was nicht hilft: eine sehr lange Eingabe mit allem, was Ihnen einfällt. Eine KI, die dreißig Seiten liest, antwortet unschärfer als eine, die eine bekommt, und es kostet mehr.
Und rechnen Sie mit zwei bis drei Anläufen. Der erste Vorschlag ist selten der, den Sie nehmen.
Wo liegt die KI zuverlässig daneben?
An vier Stellen, und alle vier sind vorhersehbar:
- Tatsachen. Sie erfindet Jahreszahlen, Zertifikate, Referenzen und Gesetzesangaben — überzeugend und ohne dass es auffällt.
- Einschätzung von Menschen. Ob jemand ins Team passt, ob ein Kunde gerade will, ob ein Lebenslauf eine Geschichte erzählt.
- Ihr Geschäft. Sie kennt Ihre Preise, Ihre Kapazität und Ihre Besonderheiten nicht — außer Sie sagen es ihr.
- Aktualität. Was sich kürzlich geändert hat, weiß sie nicht zuverlässig.
Was daraus folgt: Jede Tatsachenangabe prüfen. Zahlen, Namen, Fristen, Paragrafen — alles, was jemand nachschlagen könnte.
Die Regel, die sich bewährt hat: KI darf formulieren, nicht behaupten.
Was prüfe ich an einem KI-Ergebnis?
Vier Dinge, in dieser Reihenfolge:
- Stimmen die Tatsachen? Jede Zahl, jeder Name, jedes Datum, jede Rechtsangabe.
- Steht etwas drin, das ich nicht halten kann? KI formuliert großzügig — eine Zusage in einer Mail kann bindend sein.
- Klingt es nach mir? Wenn nicht, umschreiben. Ein Text, der nach niemandem klingt, wirkt nach niemandem.
- Ist etwas Allgemeines drin, das weg kann? Meistens ein Drittel.
Was Sie dabei erkennen werden: Der brauchbare Teil eines KI-Vorschlags ist selten der ganze. Nehmen Sie die Struktur und einen oder zwei Sätze, ersetzen Sie den Rest durch Konkretes aus Ihrem Betrieb.
Und bei allem, was an Kunden geht: einmal laut lesen. Was Sie selbst nicht sagen würden, sollten Sie nicht schreiben.
Wie nutze ich die Passungsbewertung richtig?
Als Vorsortierung, und die Begründung ist wichtiger als die Zahl.
Was gut funktioniert:
- Aus fünfzig Profilen die zehn heraussuchen, die man zuerst ansieht.
- Die Begründung lesen — sie weist oft auf etwas hin, das man überlesen hätte.
- Widersprüche prüfen: Wenn die Bewertung hoch ist und Ihr Bauchgefühl sagt nein, sehen Sie genauer hin. Meistens hat das Bauchgefühl recht.
Was Sie nicht tun sollten:
- Nach der Zahl sortieren und den Rest ignorieren. Der beste Kandidat ist häufig der mit dem ungewöhnlichen Lebenslauf.
- Absagen auf Grundlage der Bewertung. Das ist rechtlich der heikelste Punkt: Eine automatische Aussortierung von Bewerbungen fällt unter die Hochrisiko-Regeln.
Ein Mensch sieht jede Bewerbung. Das ist die Regel, an der nicht gerüttelt werden sollte.
Wie halte ich die Kosten im Rahmen?
Mit drei Handgriffen, und der erste ist der wichtigste:
- Budget setzen. Eine Obergrenze je Monat, für jeden kostenpflichtigen Dienst. Ohne Grenze läuft ein Verbrauch weiter, auch wenn jemand versehentlich zwanzig Läufe startet.
- Eingaben kürzen. Ein zwölfseitiges PDF kostet mehr als ein Absatz — und liefert ein unschärferes Ergebnis.
- Verbrauch ansehen, einmal im Monat. Ein Ausreißer hat immer eine Ursache.
Was Sie nicht tun sollten: aus Sparsamkeit gar nicht nutzen. Wer die KI abschaltet, um zehn Euro zu sparen, und dafür zwei Stunden von Hand arbeitet, hat sich verrechnet.
Rechnen Sie in Verhältnissen: Was hat der Verbrauch gebracht? Zehn Euro für einen Auftrag sind billig.
Ein KI-Lauf schlägt fehl. Was tue ich?
Noch einmal versuchen — beim zweiten Mal klappt es meistens. Sprachmodelle antworten nicht immer gleich.
Wenn es sich häuft, liegt es fast immer an der Eingabe:
- Sehr lange Texte. Kürzen Sie auf das Wesentliche.
- Zeichensalat aus einem PDF, das beim Auslesen misslungen ist.
- Ungewöhnliche Sonderzeichen.
Gut zu wissen: Auch ein fehlgeschlagener Versuch kostet. Die Anfrage wurde gestellt. Bei wiederholten Fehlschlägen lohnt der Blick auf den Verbrauch.
Und wenn es an einer bestimmten Stelle reproduzierbar passiert: melden — mit der Angabe, welche Funktion und welche Eingabe. Das ist auffindbar; „die KI geht nicht“ nicht.
Was von meinen Daten sieht die KI?
Nur das, was für die jeweilige Aufgabe übergeben wird — nicht Ihr Bestand.
Konkret:
- Bei einem Textvorschlag: Ihre Eingabe und der Zusammenhang, in dem Sie ihn anfordern.
- Bei einer Passungsbewertung: das Profil und die Stellenbeschreibung.
- Bei der Spaltenerkennung: die Überschriften und wenige Beispielwerte.
Was nicht übergeben wird: Ihr gesamter Kontaktbestand, Ihre Historie, Ihre Notizen.
Was Sie trotzdem beachten sollten: Was Sie selbst in eine Eingabe schreiben, geht mit. Wer einen Sachverhalt mit Namen und Details hineinkopiert, überträgt ihn.
Eine Regel noch, die im Team gelten sollte: Keine Kundendaten in einen privaten KI-Zugang. Das ist der häufigste ungeprüfte Datenabfluss in kleinen Betrieben.
Können wir ohne KI arbeiten?
Ja. Der Kern von Aurora funktioniert vollständig ohne.
Ohne KI arbeiten weiter: Kontakte, Firmen, Stellen, Kampagnen, Vorlagen, Versand, Posteingang, Wiedervorlagen, Verträge, Berichte, Zustellbarkeit, Auswertungen.
Es entfallen: Textvorschläge, Passungsbewertung, KI-gestützte Spaltenerkennung, die Auswertung von Suchergebnissen.
Wer das erwägt, sollte den Grund prüfen:
- Datenschutzbedenken? Meist über Vertrag und Datensparsamkeit lösbar.
- Kosten? Dann helfen Budgets mehr als Abschalten.
- Grundsatzentscheidung? Legitim — dann konsequent und dokumentiert.
Und in jedem Fall: eine schriftliche Regel im Team. Sonst benutzt es einer doch, mit Kundendaten, an einer Stelle, die niemand geprüft hat.
Welche Regeln sollten wir im Team vereinbaren?
Fünf Sätze auf einer halben Seite:
- Wo KI mitarbeiten darf und wo nicht.
- Was hineingegeben werden darf — und ausdrücklich, was nicht: Kundennamen, Gesundheitsangaben, Vertrauliches aus Mandaten.
- Dass jeder Vorschlag geprüft wird, bevor er hinausgeht.
- Dass niemand kritisiert wird, der einen Vorschlag verwirft.
- Keine privaten KI-Zugänge für dienstliche Inhalte.
Punkt 5 ist der wichtigste und der, der am häufigsten fehlt. Wer keine Regel hat, bekommt keine Enthaltsamkeit — er bekommt unkontrollierte Nutzung.
Und wenn es einen Betriebsrat gibt: Die Einführung von KI-Werkzeugen ist regelmäßig mitbestimmungspflichtig. Sprechen Sie früh, nicht nach der Einführung.
Merken Empfänger, dass ein Text von einer KI stammt?
Zunehmend ja, und das ist ein praktisches Problem, kein rechtliches.
Woran man KI-Texte erkennt:
- Perfekt gebaute Sätze ohne Ecken.
- Dreierlisten, überall.
- Wendungen wie „in der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt“.
- Viel Bejahung, wenig Konkretes.
- Kein Standpunkt.
Was daraus folgt: Ein unveränderter KI-Text in einer Erstansprache wirkt wie eine Massenmail — genau das Gegenteil dessen, was Sie erreichen wollen.
Was hilft: Konkretes einsetzen. Zahlen, Orte, Namen, ein Beispiel aus Ihrem Betrieb, ein Satz, den nur Sie schreiben würden. Das ist der Teil, den keine KI liefern kann, und der Teil, der wirkt.
Wann lohnt sich der Einsatz wirklich?
Dort, wo Sie etwas verbessern, nicht wo Sie etwas ersetzen:
Lohnt sich:
- Wenn Sie vor einem leeren Feld sitzen und nicht anfangen können.
- Wenn Sie einen eigenen, zu langen Text kürzen wollen.
- Wenn Sie aus fünfzig Profilen zehn zum Ansehen brauchen.
- Wenn eine Datei fünfzig Spalten hat und Sie nicht zuordnen wollen.
Lohnt sich nicht:
- Bei kurzen Texten. Bis Sie die Eingabe formuliert haben, hätten Sie die Mail geschrieben.
- Bei allem, wo es auf Ihre Handschrift ankommt — eine Entschuldigung, eine Kondolenz, ein persönliches Angebot.
- Bei Entscheidungen.
Die Faustregel: KI ist gut im Anfangen und im Kürzen. In der Mitte — dort, wo es auf Inhalt ankommt — sind Sie besser.
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