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Firmen in der Praxis

Wann eine Firmenakte hilft und was hineingehört. Mehrere Ansprechpartner und Standorte ordnen.

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Wann brauche ich eine Firmenakte?

Sobald Sie mit mehr als einer Person desselben Betriebs zu tun haben, und das ist im Geschäftsverkehr fast immer der Fall.

Wozu sie dient:

  • Alle Ansprechpartner an einer Stelle, mit ihrer jeweiligen Historie.
  • Was mit dem Betrieb war, unabhängig davon, wer gerade dort arbeitet.
  • Der Zusammenhang, wenn eine Person wechselt.

Der zuletzt genannte ist der wertvollste: Ansprechpartner wechseln, Betriebe bleiben. Wenn Ihr Kontakt geht, geht ohne Firmenakte die ganze Beziehung mit.

Wann Sie sie nicht brauchen: wenn Sie mit Privatpersonen arbeiten. Dann ist der Kontakt alles.

Die Akte zählt oben zusammen, was zu einer Firma gehört, und führt darunter Firmendaten, Jobportale und Notizen.

Wie ordne ich mehrere Ansprechpartner?

Je Person ein eigener Kontakt, alle derselben Firma zugeordnet — nicht ein Kontakt mit fünf Namen im Notizfeld.

Was Sie je Person festhalten sollten:

  • Funktion. Nicht die Berufsbezeichnung, sondern die Rolle bei Ihnen: Wer entscheidet, wer beeinflusst, wer setzt um, wer zahlt.
  • Erreichbarkeit und bevorzugter Weg.
  • Was mit dieser Person besprochen wurde.

Die Frage, die man früh stellen sollte und die viel spart: „Wer entscheidet darüber am Ende?“ Sie klingt unangenehmer, als sie ist, und erspart Wochen an Gesprächen mit der falschen Person.

Und notieren Sie die Antwort. Sie gilt beim nächsten Projekt meistens noch.

Was gehört in eine Firmenakte und was an den Kontakt?

Die Trennung ist einfach: Was für den Betrieb gilt, gehört an die Firma. Was für die Person gilt, an den Kontakt.

An die Firma:

  • Branche, Größe, Standorte.
  • Rahmenvereinbarungen, Konditionen, Zahlungsziele.
  • Notizen über den Betrieb — Umbauten, Übernahmen, Ausschreibungen.
  • Was Sie für ihn getan haben.

An den Kontakt:

  • Gespräche mit dieser Person.
  • Ihre Rolle und Vorlieben.
  • Wiedervorlagen.

Was regelmäßig falsch einsortiert wird: eine Rahmenvereinbarung in der Notiz eines Ansprechpartners. Wenn der geht, ist sie weg.

Faustregel: Wenn die Information auch dann noch gilt, wenn diese Person nicht mehr da ist, gehört sie an die Firma.

Dieselbe Firma steht zweimal drin.

Der häufigste Grund: unterschiedliche Schreibweisen.

„Müller GmbH“, „Mueller GmbH“, „Müller GmbH & Co. KG“, „Fa. Müller“ — für ein System sind das vier Betriebe.

Was Sie tun:

  1. Zusammenführen, nicht löschen. Sonst verlieren Sie die Historie eines der Einträge.
  2. Entscheiden, welche Schreibweise gilt — und zwar die aus dem Handelsregister.
  3. Prüfen, ob es wirklich derselbe Betrieb ist. Zwei Gesellschaften mit ähnlichem Namen gibt es; ein falsches Zusammenführen ist schwer rückgängig zu machen.

Und die Vorbeugung, die am meisten spart: eine feste Schreibweise beim Anlegen. Rechtsform ausschreiben oder immer abkürzen — aber einheitlich. Legen Sie es einmal fest und schreiben Sie es auf.

Beim Import ist der Trockenlauf der beste Schutz.

Ein Betrieb hat mehrere Standorte. Wie bilde ich das ab?

Es hängt daran, wie Sie mit ihnen arbeiten:

  • Ein Ansprechpartner für alles? Dann eine Firma, Standorte als Angabe an den Kontakten.
  • Getrennte Standorte mit eigenen Entscheidern und eigenen Budgets? Dann je Standort eine Firma, mit einem Hinweis auf die Zugehörigkeit.

Die zweite Form ist bei größeren Betrieben meist richtig: Wenn das Werk in Chemnitz eigenständig einkauft, ist es für Ihre Arbeit ein eigener Kunde.

Was Sie in beiden Fällen festhalten sollten: die Zugehörigkeit. Sonst wissen Sie in einem Jahr nicht mehr, dass die beiden zusammengehören — und schreiben sie in derselben Kampagne doppelt an.

Und bei Konzernstrukturen: Notieren Sie, wer wozu gehört. Diese Information ist bei einer Ausschreibung viel wert.

Unser Ansprechpartner hat den Betrieb verlassen.

Das ist der Moment, in dem sich zeigt, ob die Firmenakte gepflegt wurde.

Was zu tun ist:

  1. Kontakt auf ausgeschieden setzen, nicht löschen. Die Historie bleibt der Firma zugeordnet.
  2. Nachfolge herausfinden — oft steht sie schon in der Abwesenheitsnotiz.
  3. Neuen Kontakt anlegen, mit einem Hinweis auf den Vorgänger.
  4. Sich melden, mit Bezug auf die bisherige Zusammenarbeit.

Punkt 4 ist eine Chance, keine Pflicht: Ein neuer Ansprechpartner sucht Orientierung. Wer sich früh meldet und weiß, was bisher lief, hat einen Vorsprung, und wer sich nicht meldet, ist nach drei Monaten vergessen.

Und der Grund, warum die Firmenakte hier zählt: Sie können erzählen, was war. Ohne sie fangen Sie bei null an.

Was schreibe ich in eine Firmennotiz?

Was über die einzelne Person hinaus gilt und in einem Jahr noch wichtig ist:

  • Wie der Betrieb tickt. Entscheidungswege, Budgetzyklen, wer wirklich entscheidet.
  • Was bisher lief — Aufträge, Angebote, Absagen und warum.
  • Veränderungen: Übernahme, Umzug, Investition, Führungswechsel.
  • Besonderheiten, die man wissen muss: Lieferbedingungen, Zugangsregeln, Ansprechzeiten.

Was nicht hineingehört:

  • Wertungen über Personen. Sie können bei einer Auskunftsanfrage angefordert werden.
  • Vertrauliches, das Sie unter Verschwiegenheit erfahren haben.

Der Prüfstein ist derselbe wie überall: Schreiben Sie so, als läse jemand aus dem Betrieb mit.

Woher kommen Angaben wie Branche und Größe?

Aus dem, was Sie eintragen oder beim Übernehmen mitgeliefert bekommen — nicht von selbst.

Was sich lohnt, gepflegt zu werden:

  • Branche. Der wichtigste Schnitt für Kampagnen.
  • Größenordnung — Beschäftigte oder Umsatz, grob. Ein Betrieb mit 5 Mitarbeitenden hat andere Bedürfnisse als einer mit 500.
  • Ort und Umkreis.

Was Sie nicht pflegen müssen: alles Weitere. Ein Feld, nach dem Sie nie auswählen, ist Verwaltung.

Und die Erkenntnis, die viele überrascht: Ohne Branche und Größe können Sie keine konkreten Texte schreiben. Eine Mail, die für einen Zweipersonenbetrieb und einen Konzern passen soll, passt für keinen, und die Auswahl ist die Voraussetzung dafür, sie zu trennen.

Ein Betrieb ist kein Kunde mehr. Was mache ich?

Kategorie ändern, nicht löschen — und den Grund notieren.

Warum das zählt: Ein ehemaliger Kunde ist einer der wertvollsten Kontakte, die es gibt. Er kennt Sie, hat bezahlt, und die Hürde für eine Rückkehr ist niedrig.

Was Sie festhalten sollten:

  • Warum die Zusammenarbeit endete. Preis, Qualität, Wechsel des Ansprechpartners, Insolvenz, Konzernvorgabe.
  • Wann.
  • Ob im Guten — das entscheidet, ob und wie Sie sich wieder melden.

Und setzen Sie eine Wiedervorlage auf ein Jahr. Verträge laufen aus, Ansprechpartner wechseln, Entscheidungen werden revidiert.

Was Sie nicht tun sollten: den Kontakt in dieselbe Kampagne stecken wie Interessenten. Wer Sie kennt, bekommt eine andere Mail.

Wie recherchiere ich einen Betrieb vor dem Erstkontakt?

Fünf Minuten, und Sie wissen genug für einen guten ersten Satz:

  • Website: Was machen sie, für wen, wie groß wirken sie?
  • Aktuelles: Neubau, Auszeichnung, Ausschreibung, Führungswechsel — das sind Anlässe.
  • Handelsregister: Wer ist vertretungsberechtigt? Öffentlich und kostenlos.
  • Beruflich genutzte Netzwerke: Wer hat welche Rolle?

Was Sie damit gewinnen: einen Bezug. „Sie erweitern gerade in Chemnitz“ ist ein anderer Einstieg als „ich wollte fragen, ob Sie Bedarf haben“.

Was Sie beachten müssen: Öffentlich zugängliche Daten dürfen Sie recherchieren — für die Ansprache per Mail brauchen Sie trotzdem eine Grundlage, und für die Verarbeitung eine Informationspflicht nach Art. 14 DSGVO.

Notieren Sie die Quelle. Das ist die Herkunft, nach der später gefragt wird.

Ein Kunde ist insolvent. Was tue ich?

Achtung: Fristen im Insolvenzverfahren sind kurz, und erhaltene Zahlungen können angefochten werden. Holen Sie bei relevanten Beträgen rechtlichen Rat.

Zuerst prüfen, dann handeln — und beides zügig.

  1. Offene Forderungen prüfen. Was steht noch aus? Fristen für die Anmeldung im Verfahren sind kurz.
  2. Laufende Leistungen überdenken. Weiterarbeiten ohne Sicherheit erhöht den Schaden.
  3. Rechtsrat holen, wenn es um relevante Beträge geht. Insolvenzanfechtung ist ein eigenes Thema — auch Zahlungen, die Sie erhalten haben, können zurückgefordert werden.
  4. Im System vermerken, damit niemand aus Versehen weiterliefert oder eine Kampagne dorthin geht.

Und mit Abstand: Eine Insolvenz ist nicht immer das Ende. Betriebe werden fortgeführt, übernommen, saniert. Halten Sie den Kontakt zu den Menschen — sie tauchen häufig woanders wieder auf.

Wie halte ich Firmendaten aktuell?

Über die Gelegenheiten, die sich ohnehin ergeben — nicht über einen systematischen Durchgang.

Was Sie im Vorbeigehen prüfen können:

  • Bei jedem Telefonat: Stimmen Ansprechpartner und Durchwahl noch?
  • Bei jedem Rückläufer: Adresse tot, Person weg, Betrieb umfirmiert.
  • Bei jeder Abwesenheitsnotiz mit dauerhaftem Ausscheiden.

Und einmal im Jahr, für die wichtigsten dreißig Kunden:

  • Firmierung und Anschrift.
  • Ansprechpartner.
  • Größenordnung, wenn sie sich verändert hat.

Wofür Sie keine Zeit brauchen: den ganzen Bestand systematisch zu prüfen. Das wird nie fertig. Die Gelegenheiten erledigen den größten Teil — man muss sie nur nutzen.

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